Freitag, 14. April 2017

Buchcafé #1 - Charaktere

Ihr Lieben, heute möchte ich mit etwas Neuem beginnen. Seit ich diesen Blog habe, mache ich mir vermehrt Gedanken um das große Thema "Buch". Ich habe mir eine Liste erstellt mit Themen, die ich in den nächsten Wochen ansprechen will, und möchte euch alle ganz herzlich in mein Buchcafé einladen, um mit mir über das jeweilige Thema zu reden.

Daher heiße ich euch heute zum ersten Buchcafé Herzlich Willkommen!

Mein erstes Thema heißt: Charaktere

 
Warum ich mit dem Thema "Charaktere" starten möchte, liegt einfach daran, dass ich in der letzten Zeit das Glück hatte, in Büchern auf ganz wundervolle Protagonisten zu stoßen. Da wären etwa Fallon und Ben aus "Nächstes Jahr am selben Tag" von Colleen Hoover. Und diese Fragen tauchten dann auf:

- Was macht für mich einen guten Charakter in einem Buch aus?
- Welche Charaktereigenschaften würden mich an einem Protagonisten stören?
- Warum werde ich mit manchen Charakteren ganz schnell warm und mit manchen überhaupt nicht?

Nun, genau auf diese Fragen möchte ich hier in diesem Artikel eingehen.

1. Was macht für mich ein guter Charakter in einem Buch aus

Der wichtigste Punkt ist wohl, dass für mich der Charakter eines Buches absolut nachvollziehbar sein muss. Er sollte so beschrieben sein, dass ich ihn mir gut vorstellen kann. Irgendeinen seltsamen Super-Mann mit überirdischen Kräften möchte ich wirklich nur bei Superman sehen, und nicht an einem ganz normalen Mann oder einer Frau.

Das gilt natürlich auch für den Antagonisten. Ein gut ausgearbeiteter Gegenspieler gehört zu vielen Geschichten einfach dazu, auch wenn diese einem manchmal den letzten Nerv rauben. ;) Aber auch hier muss dieser Charakter gut ausgearbeitet worden sein, auch wenn ein Antagonist meistens kein Lieblingscharakter für mich wird. Das hängt aber dann oft damit zusammen, dass ich mich automatisch auf die Seite des "Guten" stelle und somit eine Verbundenheit zu den Protagonisten bekomme.

Ein gut ausgearbeiteter Charakter ist dann oft eine Person, mit der ich mich gerne im realen Leben treffen würde. Jemand, mit dem ich mir vorstellen könnte, eine gute Freundschaft aufzubauen, mit ihm auszugehen, Spaß zu haben. Vielleicht ein Charakter, dem man Geheimnisse anvertrauen kann. 

Ich mag es nicht, wenn ein Charakter zu glattgebügelt ist, so etwas langweilt mich meist schnell. Eine Person darf sich entwickeln, darf Fehler machen, weil sie mir dann noch menschlicher erscheint.  

Im Grunde sind es Eigenschaften, die ich auch im wirklichen Leben schätze, die mich für eine Person in einem Buch einnehmen.

2. Welche Charaktereigenschaften würden mich an einem Protagonisten stören

Wenn eine Person überhaupt nicht lernfähig ist, immer und immer wieder die gleichen Fehler macht, dann finde ich das mit der Zeit nervig. Auch übertriebenes Gezicke, das sich durch das ganze Buch zieht, kann ich nur schwer ertragen. Falschheit, Hinterhältigkeit, Lügen - all das sind negative Eigenschaften, die gut dosiert vorkommen dürfen, die mir aber gerne mal einen Charakter kaputt machen, der nur so handelt.

Außerdem kann ich auch das wirklich Böse, wie es in Krimis oder Thrillern vorkommt, nicht lesen, auch wenn natürlich diese Genres viele Fans haben. 

3. Warum werde ich mit manchen Charakteren ganz schnell warm und mit manchen überhaupt nicht?

Abgesehen von den Eigenschaften, wie oben schon geschrieben, liegt das natürlich auch klar an dem Können des Autors, einen Charakter zu beschreiben. In manchen Geschichten hat der Autor seine Charaktere so wunderbar ausgearbeitet, dass es mir leicht fällt, sie mir in allen Einzelheiten vorzustellen. Und genau das möchte ich: Dass in meinem Kopf ein Bild von dieser Person entsteht. 

Deshalb werde ich auch mit den Charakteren nicht warm, die undurchsichtig bleiben, weil sie nicht genug beschrieben werden oder die immer wieder ganz anders agieren, als sie eigentlich beschrieben wurden. Ein Beispiel: Wenn eine ziemlich schüchterne Frau immer wieder Temperamentausbrüche hat, vor hunderten von Leuten jemandem eine Szene macht, sich dann aber einen Tag später wieder in ihr Schneckenhaus zurückzieht, ist das einfach verwirrend. Soll dieser Charakter denn nun temperamentvoll oder schüchtern sein? Natürlich gibt es Geschichten, die so eine Entwicklung inne haben, wo vielleicht ein anfangs ganz schüchterner Mensch durch eine Sache dann selbstbewusster wird. Das finde ich dann auch wieder schön. Aber wenn diese Sprünge immer wieder wie aus dem Nichts kommen, dann ist das einfach verwirrend.

Ich glaube, abschließend kann man sagen, dass es einfach ganz wichtig ist, dass ein Charakter gut ausgearbeitet wurde und auch danach handelt. Wenn er gut beschrieben ist, ich mir ein Bild von ihm machen kann und das dann auch noch eine Person ist, die ich gerne als Freund oder Freundin hätte, dann ist das schon die halbe Miete.

Mich würde es jetzt natürlich noch sehr interessieren, was ihr zum Thema Charaktere in einem Buch sagen könnt. 

Einen schönen Feiertag und liebe Grüße



Kommentare:

  1. Huhu,

    dem meisten kann ich dir zustimmen zu eins. Da ich viel Fantasy lese ausser das mit der Freundschaft. Ich muss mich auch nicht mit dem Charakter identifizieren können. Ich muss ihn nur mögen.

    Was für mich auch gar nicht geht ist, wenn Charaktere am laufenden Band Fehler machen. Das nervt wie du auch schon sagtest.

    Dass er gut ausgearbeitet sein muss ist klar.

    Ben und Fallon lese übrigens gerade und ich liebe sie.

    Ich hab mir auch mal Gedanken dazu gemacht.

    Hier ist mein Beitrag:

    https://lesekasten.wordpress.com/2017/04/15/buchcafe-1-charaktere/

    LG Corly

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    1. Huhu Corly,

      vielen Dank für deine wunderbaren Gedanken! Ich gehe auch gleich mal zu dir rüber. :)

      Ach, das ist ja schön, dass du Ben und Fallon auch so magst! Die beiden klingen bei mir immer noch nach, muss ich sagen. Das sind wirklich Charaktere, die im Gedächtnis bleiben.

      Liebe Grüße und schöne Osterfeiertage!
      Tessa

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    2. bitte gern.

      Ja, stimmt. Die bleiben wirklich im Gedächtnis. Ich werde wohl erst nach Ostern damit fertig denk ich, aber ich liebe die beiden. Besonders Ben ist einfach toll. Aber alle beide sind klasse.

      Danke, dir auch.

      LG Corly

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  2. Hallo Tessa,

    ach, ich liebe diese Sparte schon jetzt (und nicht nur wegen des Fotos :o))). Das ist ein sehr schöner und gelungener Artikel.

    Ich muss sagen, dass ich oft nicht so die Schwierigkeiten mit den Charakteren habe. Es ist ja meist so, dass gerade die Protagonisten über die Dauer hinweg an Kontur gewinnen. Früher oder später akzeptiere ich die meisten von ihnen. Die Randcharaktere haben es da oft schon schwerer. Hier ist es nicht selten so, dass sie eben nur "Rand"charaktere bleiben. Das ist sehr schade. Mit der ein oder anderen Marotte versehen, bleiben sie doch viel leichter im Gedächtnis. Nichts ist schlimmer, als wenn man sich während des Lesens immer wieder fragt "wer war das doch noch gleich"?

    Auch habe ich festgestellt, dass Charaktere, mit denen ich mich identifizieren kann, es doch etwas leichter bei mir haben. Sehr selbstbewusste Charaktere, die ihr Handeln so gar nicht hinterfragen, liegen mir z.B. nicht so gut.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Liebe Tanja,

      oh, das freut mich jetzt aber sehr, dass dir das Buchcafé jetzt schon zusagt! *freu* Dass dir auch das Bild gefällt, wundert mich jetzt nicht so sehr. :D Und natürlich freut es mich, dass Dir mein Artikel gefällt. Ich hoffe, das bleibt auch bei den folgenden so, die ich so im Zweiwochentakt plane. :)

      Ich finde es auch schön, wenn sich ein Charakter während einer Geschichte entwickeln kann, und dann finde ich es auch nicht schlimm, wenn er anfangs noch eher unsympathisch rüberkam. Komisch finde ich es nur, wenn da gar keine Entwicklung stattfindet, praktisch ständig die gleichen Fehler gemacht werden. Und manche Geschichten beschreiben ja einen längeren Zeitraum, da kann man eine gewisse Entwicklung eigentlich erwarten. Denn ich agiere heute auch anders als vor zwanzig Jahren. Das finde ich immer schade, wenn dieses Potential nicht ausgeschöpft wird.

      Oh ja, leider bleiben viele Nebencharaktere "nur" Nebencharaktere. Deshalb freue ich mich immer sehr, wenn es da Charaktere gibt, ohne die man sich eine Geschichte nicht vorstellen könnte. In Harry Potter etwa liebe ich Dobby sehr. Wenn man sich schon fragen muss, wer das noch gleich war, dann ist es natürlich ganz übel, denn dann hat man es meist mit einem Charakter zu tun, der nur flach erzählt wird und keine Tiefe bekommen hat und ohne den die Geschichte auch funktioniert hätte. :( Da würde vielleicht schon ein schräger Wesenszug helfen, so dass er im Gedächtnis bleiben kann. Oft treiben ja die Nebenfiguren eine Geschichte voran, zumindest aber den Protagonisten, da sollten sie doch so ausgearbeitet sein, dass sie zumindest im Gedächtnis bleiben können. Aber zum Glück kenne ich viele Nebencharaktere, die sich bei mir eingeprägt haben. :)

      Du hast Recht, wenn ein Charakter so handelt, wie man das in der Situation selbst tun würde, dann hat dieser es leichter, Pluspunkte bei einem selbst einzuheimsen. ;) Aber auf der anderen Seite finde ich es auch spannend, von Charakteren zu lesen, die anders als ich agieren. Es gibt ja auch Eigenschaften, die man vielleicht gerne selbst hätte (in deinem Beispiel etwa mehr Selbstbewusstsein), und so könnte ja auch ein Lerneffekt entstehen, wenn man darüber liest. Zumindest aber eröffnet es mir Charakterzüge, die ich selbst nicht besitze und deren Entdeckung spannend sein kann. :)

      Vielen Dank für deine tollen Gedanken!

      Liebe Grüße
      Tessa

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